ALUMNI


Manfred Milz
Assistant Professor, Faculty of Fine Arts & Design, Izmir University of Economics
manfred.milz@ieu.edu.tr

Für Geisteswissenschaftler sind harte Zeiten angebrochen. Nach meinem Dissertations-Kolloquium im Februar 2003 arbeitetete ich – gemeinsam mit anderen Akademikern aus verschiedenen Nationen Europas – für mehr als ein Jahr in einem Potsdamer Call-Center der IT-Branche.

Im Herbst 2004 erhielt ich die Einladung zweier türkischer Universitäten in Ankara und Izmir, Kunstgeschichte an den dortigen Faculties of Fine Arts and Design zu unterrichten. Da das Angebot der Izmir University of Economics mit der Aufgabe verbunden war, zum Aufbau einer völlig neuen Fakultät beizutragen, nahm ich die Offerte der dortigen Privatuniversität gern an und ging im Februar 2005 in die Türkei. Strukturen zu entwickeln und mitzugestalten ist eben doch weitaus interessanter als bestehende, allzu statisch gewordene Systeme einfach nur zu nutzen. Meine Arbeit mit hiesigen Studenten hat mir von Anfang an (inklusive sprachlicher Hürden) Freude bereitet. Es gilt, zukünftigen türkischen Architektur-, Kommunikations- und Mode-Designern ein kunstgeschichtliches Formenvokabular für ihre tägliche Arbeit zu vermitteln. Die eigentliche Herausforderung besteht (speziell im Umgang mit Erstsemesterstudenten) darin, Niveaustufen des Wissens anzugleichen, d.h. auch komplexe Sachverhalte sprachlich vereinfacht darzustellen, ohne Substanz einzubüssen.

Die in den Bergen hoch über Izmir liegende Universität entfaltet sich prächtig und wächst schnell (desgleichen gilt für das ansonsten eher kontemplative Izmir). Bereits im Sommer wird unsere Fakultät in einen nahe der Ägäis gelegenen Hochhauskomplex umziehen. Geplant ist nun auch die Gründung einer Privatuniversität in Deutschland (Vorlesungsbeginn vorraussichtlich im Herbst 2008). Es ist durchaus keine Seltenheit, dass wir hier bis 20.00 Uhr und darüberhinaus an der Fakultät arbeiten, um sie zu einer der besten des Landes zu machen. Meine Kollegen kommen aus Italien, Irland, Indien, den USA, und das kollegiale Arbeitsklima könnte kaum besser sein.

 

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